GRiDcase 1550 sx


Auch eine von den weniger leichten Maschinchen.
Lag in der originalen Tragetasche zusammen mit 10 Paketen originalverschweißter 3,5 Zoll Floppies und ner Handvoll ziemlich geiler Schallplatten aus den 80ern, einem ziemlich aktuellen Handy und Navigationsgerät auf dem Sperrmüll.
Der Laptop hatte folgende, ausschließlich altersbedingte Defekte:
Festplatte defekt, fails to seek. (Eine Anleitung, wie man sie repariert, ist weiter unten).
Floppy hat nach 8MB Datentransfer plötzlich den Geist aufgegeben
Bei der Floppy habe ich zuerst an einen Defekt der Seek-Mechanik geglaubt und den Kopfpositioniermotor entfernt. Ich konnte ihn danach leider nicht mehr so einbauen, dass es wieder funktioniert. 28 Lesefehler waren danach das Minimum (auf einer 0-Lesefehler-Diskette). Beim Messen der Frequenzen am Kopfmotor stellte ich fest, dass die Frequenz für eine der beiden Spulen nicht stimmt.
Die Ursache war ein ausgelaufener Elektrolytkondensator, 150F. Nachdem ich diesen ersetzt habe, funktionierte die Seek-Mechanik wieder, aber das Laufwerk war unrettbar dejustiert.
Übrigens, anscheinend haben alle 1550sx diesen Defekt und keiner konnte ihn bisher lösen.

Der Laptop hat eine ganze Reihe an Besonderheiten:
Es ist einer der ganz wenigen Laptops mit LC-Display, die keine CCFL-Hintergrundbeleuchtung haben.
Stattdessen hat er eine EL-Folie, die man sogar ganz abschalten kann, in der Bedienungsanleitung wird dies sogar empfohlen, da der Rechner hauptsächlich für den Außeneinsatz konzipiert ist. (Hat außerdem eine Aluminiumlegierung als Gehäuse)
Das BIOS konfiguriert sich beim Einschalten selbst, der Vorteil, wenn die BIOS Batterie leer ist, funktioniert der Rechner trotzdem normal und bootet von Festplatte, der Nachteil, es gibt kein BIOS-Menü wie bei den meisten Rechnern. Es gibt nur ein ziemlich benutzerunfreundliches Konfigurationsprogramm für MS-DOS.
Noch eine Besonderheit ist die eingebaute Maus. Eingebaute Mäuse in Laptops waren vor 1994 eher selten anzutreffen und dieses Modell ist noch 4 Jahre älter! Auf dem Foto unten erkennt man unter der Tastatur ein paar Knöpfe mit einer Stange dazwischen. Das ist die Maus. Man kann die Stange hoch oder runter rollen, um den Mauszeiger hoch oder runter zu bewegen, und man schiebt sie nach links oder rechts, um... naja das wird nicht so schwer zu erraten sein. Hierbei kann man jedoch anstoßen, das ist durch Kontaktschalter an jeder Seite gelöst, die interpolieren die Geschwindigkeit der letzten Bewegung und bewegen den Mauszeiger mit dieser Geschwindigkeit weiter, solange man den Balken festhält. Ich finde diese Steuerung FAST so gut wie einen Trackball, auf jeden Fall Meilen besser als TouchPads und Lichtjahre besser als diese Nippelmäuse, die Toshiba oder IBM oder DELL verwenden. (AccuPoint)
Die Tastatur ist außerdem hochwertig verarbeitet, besser als manche Desktoptastatur.



Technische Daten:
Baujahr:         1990
Prozessor:       80386sx-20
Festplatte:      Voll-IDE kompatible 120 MB
Floppy:          Standard 3,5" Disk Drive
Betriebssystem:  Dos 6.2 und Windows 3.11
Arbeitsspeicher: 4MB
Grafikkarte:     SVGA 256k, 800*600 mit 16 Farben max.


Anleitung zur Reparatur von defekten CONNER-Festplatten


In letzter Zeit stelle ich bei meinen Conner-Festplatten immer denselben Defekt fest:
Festplatte läuft an, klackert ein bisschen, aber anders als sonst, probiert das drei Mal und fährt dann runter (manchmal bleibt sie auch laufen).
Wenn man die Platte aufmacht, sieht man, dass sich der Arm mit den Leseköpfen nicht bewegt. Man kann ihn von Hand anstupsen, aber das löst das Problem nur für dieses eine Mal.
Wenn man die Platte in ausgeschaltetem Zustand betrachtet, erkennt man beim Elektromagneten, dass dort ein kleiner Abstandshalter vom Arm mit einem Permanentmagneten verbindet. Dieser hält den Arm in der Park-Spur fest.
Wenn die Festplatte lange nicht benutzt wurde, ist dieser Abstandshalter magnetisiert, wodurch die Magnetisierung des Permanentmagneten die Stärke des Elektromagneten übersteigt.
Das kann man relativ einfach fixen, indem man ein kleines Stück Gewebeklebeband zwischen dem Permanentmagneten und dem Abstandshalter anbringt. Kein Scheiß, bei mir funktionierts!!
Bei Conner 2,5 Zoll Laptopfestplatten gibt es dasselbe Problem mit derselben Lösung, hier muss man jedoch Tesafilm nehmen, da Gewebeklebeband zu dick ist. Einziges Problem: Tesa bleibt nicht immer kleben und schon gar nicht an derselben Stelle! Ich hatte bisher Glück.